„Nachruf“: Abschied ist immer ein wenig wie sterben - die Ära „Heth“ endet (vorerst)

Duisburg-Rumeln, 06. Juni 2013. Kloppo bei Mainz, Poldi bei Köln, Uwe Seeler beim HSV, Dédé beim BVB, Tony Adams beim FC Arsenal, Javier Zanetti bei Inter Mailand, Ryan Giggs bei ManU, Bert Trautmann für Manchester City, Rainer Rauffmann bei Omonia Nikosia, Alfredo di Stéfano bei Real Madrid, Oka Nikolov bei Frankfurt, Georg Melches bei Rot-Weiß Essen – Vereinslegenden und bei Fans sowie Verantwortlichen Persönlichkeiten, die sich ins Vereinsherz einbrennen. Sicher ist eine Parallele zum Amateurbereich eher aus der Luft gegriffen – aber wie wir alle in den letzten Jahren erfahren durften: Liebe kennt keine Liga.

2013 ist das Jahr in dem der deutsche Papst Benedikt auf sein Amt verzichtet, Sir Alex Ferguson seine Karriere bei Manchester United beendet, David Beckham die Schuhe ebenso wie Christoph Metzelder und Michael Owen an den Nagel hängt, der „Capitano“ Michael Ballack sein Abschiedsspiel feiert, Jupp Heynckes aufhört. Und es ist das Jahr in dem der langjährige RTV-Coach Dennis Heth den Verein und seine Jungs schweren Herzens verlässt, um sich neuen Herausforderungen zu stellen. Der 26-jährige Heth wechselt zur kommenden Spielzeit an die Seite von Michael Roß zum Landesligisten Viktoria Buchholz und wird dort seinen fußballerischen Horizont erweitern sowie sein unbändiges Engagement einbringen. Nach 7 Jahren erfolgreicher Trainertätigkeit wünscht der Rumelner TV Dennis Heth viel Erfolg auf seinem weiteren sportlichen Weg und dankt ihm für seinen Einsatz auf allen Ebenen:

Im Namen des Vereins und stellvertretend für alle Spieler, die das Trikot des RTV in den letzten Jahren tragen durften, dankt Dir Dein Team, lieber Dennis. Du hast beim RTV nicht nur Deine Trainerlaufbahn erfolgreich begonnen, sondern auf allen Ebenen Bewegung in den Verein gebracht. Noch vor Jahren war das Engagement in der Fußballabteilung auf diesem Niveau nicht denkbar. Du hast die meisten von uns bereits in der B-Jugend zu ungeahntem Siegeswillen getrieben, bist mit der A-Jugend, nach langer Durststrecke im Verein, aufgestiegen und hast die Integration der Jugendspieler in den Seniorenmannschaften des RTV maßgeblich mitgestaltet. Die ersten Jungs, die den Sprung in die Erste geschafft haben, haben den RTV vor dem Sturz in die Bedeutungslosigkeit der C-Liga gerettet und sind später mit Dir sensationell in die Kreisliga A aufgestiegen. Du hast den RTV als Team stets weiter entwickelt, so dass uns andere Mannschaften als Aufstiegsfavoriten in die Bezirksklasse auf dem Zettel haben und einem Auswärtsspiel am Waldborn bei allen Mannschaften im Fußballkreis Moers mit Respekt entgegen gesehen wird. Der RTV steht für attraktiven Fußball: Nie zuvor durfte ein Team 5mal in Folge am Diebels Offensiv-Pokal für die torhungrigsten Mannschaften des Jahres teilnehmen. In Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen im Vorstand und Betreuerstab hast Du die Fußballabteilung im Gesamtverein in eine Spitzenposition gehoben – das Projekt Zukunft wird dem RTV schon bald den lang ersehnten Kunstrasenplatz ermöglichen. Du warst mit unermüdlichem Einsatz und einer Lernbereitschaft, die seinesgleichen im Kreisliga-Fußball sucht, bei Trainingseinheiten dabei und hast den Spagat zwischen Freundschaft und sportlicher Kameradschaft gemeistert wie es niemand sonst beim RTV geschafft hätte. Du wolltest Dich, nachdem Du Deine eigene verheißungsvolle Karriere nach Verletzungen bereits im Jugendalter abschreiben musstest, als Trainer beweisen und immer weiter entwickeln. Du hast das Team taktisch in einem Maße geschult, wie man es sonst nur ab der Oberliga erwarten darf. Du hast es geschafft ein erfolgreiches Team aus Freunden zu formen und den Kreis für Neuankömmlinge nie zu schließen. Der Leitspruch „Vamos RTV“ steht bereits für den gesamten Verein, für Fußballmannschaften von Junioren bis Senioren und für den Spaß, den alle Beteiligten am RTV haben dürfen. Wir haben viel Spaß auf und neben dem Platz mit Dir gehabt – Du musstest Dich aber auch oft genug über uns aufregen. Vielleicht weil wir Freunde sind und eben nicht nur eine Fußballgemeinschaft. Aber wo gibt es das schon? Bei vielen Mannschaften werden aus den Spielern Freunde – bei uns wurde aus Freunden eine Mannschaft. Und dafür danken wir Dir in besonderem Maße. In all den Jahren musstest Du Dich über viele Dinge im Verein ärgern und Vieles in Eigenregie lösen: Mit Aufgaben vom Platzwart, über den Sportdirektor, Seelsorger, Physiotherapeut und Krafttrainer, bis hin zum Wasserträger hast Du Dich rumplagen müssen. Und damit hast Du uns den Spaß am Spiel nie vergessen lassen. Auch wenn wir Deinen Einsatz mit fortwährender Amtsdauer als immer selbstverständlicher angesehen haben, wissen wir alle tief in unserem Innern, dass wir Dir eine geile Zeit zu verdanken haben. Vielleicht die beste, die wir je hatten oder haben werden. Wir haben alle auch Verständnis für Deinen Schritt: „Was er ist und was er war, das wird uns erst beim Abschied klar.“ Wenn einem alles gegen den Strich geht, sollte man aber auch einen Punkt machen dürfen.


 
Wir durften mit Dir viele Siege und Niederlagen, viele Erfolge und Misserfolge, viel Freude und  Leid, viele sensationelle Aufholjagden, traumhafte Kabinenpartys, legendäre Abschlussfahrten, aber vor allem einzigartige Momente teilen. Und so gehst du, nachdem der Rumelner TV die beste Saisonplatzierung seiner jüngeren Fußballgeschichte erreicht hat. Unser aller Wunsch, einmal in die Bezirksliga mit dem RTV aufzusteigen, blieb bislang unerfüllt. Das letzte Kapitel unvollendet. Wir werden das Kapitel weiterschreiben und dein Vermächtnis zu Ende bringen – und sollte der Aufstieg jemals glücken, gebührt Dir auch dann noch ein gehöriger Anteil daran.

Ein Abschied verleitet auch immer dazu, etwas zu sagen, was man sonst nicht ausgesprochen hätte: Wir danken Dir von ganzem Herzen! Als Trainer gehst Du, als Freund bleibst Du. Aber wir alle wissen eben auch: Niemals geht man so ganz!

Im Abschied liegt die Geburt der Erinnerung: Wir wussten, wissen und werden Deinen Einsatz und Deine Freundschaft immer zu schätzen wissen.


Deine Mannschaft, Deine Jungs, Deine Freunde

Vamos RTV

Der RTV konnte bereits am Freitagabend sein Auswärtsspiel in Neukirchen mit 2:3 für sich entscheiden. Boers, Colakaj und Leszcz erzielten die Treffer. Dabei konnte man kurzzeitig die Tabellenführung übernehmen, ehe die Concordia aus Ossenberg am Sonntag wieder zum Ligaprimus wurde.
Am kommenden Sonntag bestreitet der RTV am heimischen AEG sein nächstes Spiel. Gegner ist ab 15:30 Uhr der SV Büderich. Bei einem weiteren Sieg winkt die Tabellenspitze.
Ab sofort trägt der RTV die Mehrzahl seiner Heimspiele auf der Kunstrasenanlage am AEG aus. Das "Projekt Zukunft" ist weiter gültig: Neben dem Hauptplatz soll ein weiteres Spielfeld entstehen und die Infrastruktur soll nachhaltig verbessert werden.
Der RTV zählt zu den größten Vereinen der Region. Mehr zum modernen Vereinsleben und dem Engagement der Rumelner finden Sie auf den Hauptseiten des RTV unter: www.rumelner-tv.com
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